Unsere Zeit in Uganda/Kampala im Mai 2016

Zu Gast in der Suppenküche - "New Jerusalem" - Robinah hat schon viel darüber berichtet und erzählt , aber es selbst zu erleben ist doch was völlig anderes. Verschiedene Gruppen haben Musik, Theaterspiel und Gesang eingeübt und vorbereitet - alles zu Ehren der Gäste aus Deutschland und ganz besonders für Mama Robinah. Wir sind begeistert von der Vielfalt der Darbietungen und der fröhlichen Stimmung. Ruhiger wird es, als Frauen und Männer Zeugnis ablegen, wie sie von Drogen, Alkohol ,Prostitution und Kriminalität befreit , ihr Leben im Glauben einen neuen Sinn erfahren hat. Fast alle bekennen, dass sie anfangs nur wegen des -Essens in die Suppenküche gekommen sind.

Im dazu gehörenden Gottesdienst hätten sie zum ersten Mal von der Frohen Botschaft der Liebe Jesus zu allen Menschen gehört. Nach und nach hätte diese Botschaft ihr Herz erfüllt und ihrem Leben eine völlig neue Wendung gegeben. Es sind berührende Geschichten. Die Menschen und ihre Gesichter dazu zusehen und zu ahnen, was für einen schwierigen und leidvollen Weg sie schon gegangen sind - macht uns betroffen - und es ist sehr ergreifend zu sehen, wie sie sich zu seelisch starken und gesunden Menschen entwickelt haben.

Im Hinterteil der Suppenküche sind die ganz "Kleinen" versammelt. Edrin, der sich um sie kümmert und den die Kinder anhimmeln, ist einer der ersten aus den Slums, um die sich Fokus Leben e.V. gekümmert hat, berichtet uns Robinah. Zur Feier des Tages gibt es ein Festtagsmenü. Die Theke wird nach dem Gottesdienst aufgebaut. Es gibt Kochbananen, Erdnusssoße, Rindfleisch und Hühnerfleisch - herrlich zu sehen, wie sich Menschen noch richtig über eine gute

Mahlzeit freuen können.

Kinderhaus "Lord's Home"
ausgerechnet an dem Tag ,an dem wir frühmorgens zum Kinderheim fahren wollen, regnet es in Strömen. Das Haus ist automäßig nicht erreichbar, da der Regen die Straße in Schlamm verwandelt. Wir kommen erst mittags los, viel zu spät, da auf Robinah eine Menge Arbeit wartet. Die Kinder leben in zwei Häusern, es ist alles andere als luxuriös, wenn wir es mit unseren Maßstäben messen - aber das wollen wir ja nicht tun. Sie sind dort sicher vor Übergriffen, haben regelmäßige Mahlzeiten, erleben eine Gemeinschaft und dürfen in die Schule gehen. Heute sind alle Kinder da. Robinah möchte sich ein persönliches Bild über die Entwicklung der Kinder machen und notieren. Vorrang hat die Bemühung die Kinder bei den Eltern, Großeltern oder Verwandten unterzubringen und dort zu unterstützen. Das wird vom Staat, der sich wenig um die Problematik der Straßenkinder kümmert, verlangt. Nach der neuesten Gesetzgebung darf kein Kind mehr als 3 Jahre im Heim untergebracht werden, Rhona hat sich in dieser Thematik bereits weitergebildet. Kinder in den Familien zu unterstützen, gehört auch jetzt schon zu den Aufgaben die Fokus Leben übernommen hat . Robinah hat alle Mütter in das Heim eingeladen - um sich berichten zu lassen, welche Fortschritte und Entwicklungen die Kinder machen. Sie hat alle Hände voll zu tun. Deshalb nehmen wir das Angebot, begleitet bis zur nächsten Matatus-Stadion , vorab nach Hause zu gehen, gerne an. Dass wir unsere Wohnstätte, nach Einbruch der Dunkelheit, dann doch nicht mehr finden - ist unser eigenes Versagen . Ziemlich nervös bitten wir ein freundliches Pärchen um Hilfe und Unterstützung. Wir können keinen Straßennamen nennen, da nur wenige Straßen einen Namen haben. So müssen wir leider Robinah bei ihrer vielen Arbeit stören - sie gibt dem jungen Mann via Smartphone Anweisungen, wie der richtige Weg zu finden ist und wir sind sehr erleichtert und froh als wir "unserer" Haus erkennen.

Touristische Unternehmungen
Highlight ist die Safari im Murchison Falls National Park - für drei Tage - herrliche Landschaften, herrliche Tierwelt und dass nachts Flusspferde direkt neben unserem Zelt fressen, hat irgendwie etwas Unwirkliches an sich. Wir besuchen zwei afrikanische Märkte und könnten in jedem Stand etwas kaufen - so freundlichen wird die Ware angeboten. In der Ortschaft Nabusanke, 80 km von Kampala entfernt besichtigen wir ein Äquatordenkmal. Leider büßt Annita an diesem Tag ihre Kette ein. Ein zwischen zwei Auto vorhechtender Straßendieb reißt ihr die Kette vom Hals - auf dieses Erlebnis hätten wir gerne verzichtet. In der schönen Hotelanlage mit herrlichem Garten direkt am Viktoriasee in Munyonyo genießen wir das Schwimmen im größten Swimmingpool Ostafrikas. Stadtführung durch Kampala. Der Mann von Rhona, Moses nimmt sich einen Nachmittag Zeit und führt uns durch sein Kampala. Er kennt die Stadt in- und auswendig und erzählt uns viel über die bewegte Geschichte dieser seiner Heimatstadt. Dass wir für die Besichtigung der Moschee total als Muslime verkleidet werden, gefällt mir nicht besonders.

Abreise:
Moses spricht mit uns ein Abschiedsgebet, mit Dank für die gemeinsame Zeit und- der Bitte, Gott möge uns behüten und sicher zum Flughafen geleiten.
Fast möchte ich sagen, es tut Not vorher zu beten, denn der Verkehr auf den Straßen in Kampala ist abenteuerlich und wird bei Dunkelheit noch abenteuerlicher. Moses gilt meine aufrechte Bewunderung, wie souverän und sicher er sich in diesem Verkehrschaos behauptet.

Resümee:
Die Reise war eindrucksvoll , intensiv und sehr interessant. Fokus Leben e.V. mit Robinah an der Spitze leistet eine wertvolle ,wichtige Arbeit und verdient unterstützt zu werden. Meine Hochachtung dafür, was schon geleistet wurde und geleistet wird - auch die innovativen Ideen das Angebot zu erweitern ist begrüßenswert - muss aber finanziell gestemmt werden.

Sehr gerne werde ich in den nächsten Jahren, das Angebot , dass ihr Haus jederzeit offen steht für Gäste , wieder annehmen.

Ulm, im Mai 2016