Meine Missionsreise mit Robinah nach Kampala, Uganda

Von Moni Jöchle.

Meine Missionsreise mit Robinah nach Kampala, Uganda Gott ist so gut. Ich fliege wirklich nach Afrika in die Hauptstadt Kampala und in den Slum. Dort besuche ich die Mission auf dem Land und mache eine drei tägige Safari. Unglaublich, was Jesus in meinem Leben, mit meinem Herzen und mit mir gemacht hat. Ich habe im Januar 21 Tage lang gefastet und nur Wasser und Tee getrunken, um auf Gott zu hören. Es kam immer Afrika und Evangelisation. Aber ich dachte und sprach zu Gott: „Du weißt schon, dass ich nach Tulsa fliege und die Bibelschule mache.“ Ich habe kein Geld, aber Gott sprach ganz anders zu mir, als ich dachte!

 

Robinah schrieb mir, dass die Reise mit Verpflegung 800Euro kostet. Sie würde mich aber nur mitnehmen, wenn ich auch die Safari mache. Diese kostet 400Euro extra, so stand es in der WhatsApp. Ich dachte das bekommst du nie zusammen und was denkt dein Mann? Das waren meine Gedanken. Aber Gott ist wunderbar. Mein Mann sagte: „Fahr nur. Das schaffe ich schon alleine Zuhause.“ Und dann musste ich wegen der Bibelschule zu meiner Schwester. Dort erhielt ich eine Nachricht von Robinah, die meine Schwester dann vorlas. Meine Schwester hat mir schon sehr viel gutes getan. Als ich so krank war, war sie immer an meiner Seite und da sagte sie einfach: „Du musst da hin. Das ist gut für deine Seele. Ich gebe dir das Geld.“ So konnte ich diese tolle Reise überhaupt starten. Zufälle gibt es nicht. Es ist alles von Gott geplant. Wenn wir das tun was er möchte, was sein Wort sagt, wird alles gut. Als ich so krank war zitierte ich immer Ps. 118, 17: „Ich werde nicht sterben sondern leben und die Taten des Herrn verkünden.“ Jetzt bin ich geheilt und darf in Afrika Jesus Zeuge sein, dass er immer noch heilt und uns liebt.

Ich bekam mein Visum. Doch Robinah musste ihres noch mal bezahlen, obwohl sie beide beantragt und bereits bezahlt hatte. Da musste ich Robinah doch ein wenig beruhigen, wir wandeln ja in der Liebe Gottes. Und diese Leute können sowieso nichts dafür! Unsere Müdigkeit, der Stress, alles war vergessen als Samuel unser Fahrer kam. Er drückte uns herzlich, scherzte und war so gut gelaunt und freundlich. Wir mussten die ganze Zeit lachen. Er strahlte wie die Sonne von einem Ohr zum anderen. Auf dem Weg zu Robinah‘s Haus hielt Samuel noch kurz an einer Tankstelle, um für ein gutes Frühstück einzukaufen. Er bezahlte alles. Das war so gut. Gott war immer da.

Zula, die Freundin von Robinah, die auf das Haus aufpasst, hat uns erst einen Tag später erwartet. Jetzt wusste sie überhaupt nicht was sie zuerst machen sollte: Betten überziehen, Kaffee kochen oder uns begrüßen. Aber wir halfen alle zusammen und lachten viel. Ich habe nie erwartet, dass Robinah so ein großes dreistöckiges Haus mit WC, Bad, einer tollen Küche und einem Essbereich besitzt. Um das ganze Anwesen ist eine Mauer und am Eingang ein großes Tor. Gewaltig!

Nun heißt es packen für die 3 tägige Safari. Es ist nicht einfach mit nur wenig Englischkenntnissen. Aber es war wunderschön! Ich hatte eine sehr junge Reisegruppe bestehend aus sieben Frauen und einem Mann. Am Abend setzte ich mich in den Sessel auf der Terrasse und eine Schweizerin setzte sich zu mir. Wir merkten bald, dass Deutsch die bessere Sprache ist, um sich zu unterhalten und ich erzählte ihr was ich in Kampala so mache. Sie winkte ihrer Familie zu und erzählte, dass sie schon 7 Jahre in Kampala sind und auch eine Mission haben. Dort bauen und reparieren sie Brunnen. Überall kann man von Gott erzählen, wenn man es will und ihn kennt. Die Safari war überwältigend. Wenn man 200 Giraffen oder Büffel auf einmal sieht und dann die endlosen Weiten anschaut, realisiert man erst was uns Gott da geschenkt hat. Während der Safari sind wir auch 5 Stunden auf einem Fluss gefahren. Wir sahen Krokodile, 6 Meter lang und bestimmt über 100 Nilpferde und viele Elefanten. Der Bootsführer sagte, dass unter dem Sitz die Schwimmwesten sind und wenn er in die Pfeife pustet, müssen alle über Bord. Ich habe ihm auf meinem halb Deutsch halb Englisch klar gemacht, dass ich als letzte springen werde, damit die anderen das Futter für die Krokodile sind. Da musste er sehr lachen! Bei der Heimfahrt spritzte das Wasser sehr heftig. Da sagte er zu mir ich dürfte bei ihm sitzen. Die anderen wurden ziemlich nass. Am Wasserfall und überall wo wir waren, zeigte Gott seine Kraft: Regenbogen, Sonnenauf- und Untergänge oder ein Nashorn, 8 Meter groß, das sich vor uns mit seinem Baby grasend fotografieren lies. Unglaublich. Und ich durfte es erleben.

Als ich von der Safari zurück kam fing endlich meine Mission richtig an. Ich lernte Zula so richtig kennen und wir verstanden uns sofort. Sie konnte kein Englisch und ich kein Uganda. Aber wir kamen klasse zurecht. Wir beteten, richteten den Tisch, kauften zusammen ein und kochten! Sie ist unglaublich, sie kann fantastisch kochen, egal ob für wenig oder ganz viele Besucher. Sie putzt das Haus und hilft in der Suppenküche.Wir gingen in die Gemeinde. Dort fand eine Taufe mit ungefähr 25 Täuflingen statt. Rhonas und Moses Enkeltochter wurde auch getauft. Früher fanden die Taufen im Victoriasee statt, doch dort lenkte der Lärm und die Musik zu stark ab. Also haben sie jetzt ein Taufbecken in das Gemeindehaus eingebaut. Man steigt von einer Seite hinein, zwei Prediger übernehmen die Taufe und dann steigt man auf der anderen Seite wieder heraus. Zwei Ordner wickeln den Getauften in ein Tuch und zwei oder drei Pastoren beten, dass der heilige Geist auf einen kommen möge. Der Gottesdienst war ganz auf die Taufe ausgerichtet, so dass eine unglaubliche Atmosphäre entstand. Der Lobpreis hieß: „Wir tanzen für unseren König!“ Danach ist man fix und fertig und verschwitzt, aber Robinah und ich durften noch die Urkunden verteilen und den Getauften gratulieren. Es war eine große Ehre für mich, Gott zu dienen und meine erste Amtshandlung auszuüben. Danach legten alle Pastoren und ich eine Hand auf ein Messer und wir schnitten eine Torte an, dazu gab es Cola und Fanta. Eine tolle Gemeinschaft.

Gott war immer bei uns, ob wir zu Fuß oder mit dem Boda-Boda (Mofa) unterwegs waren. Wir waren in seinem Fluss, von dem es heißt: Wer dort schwimmt wird niemals untergehen. Am nächsten Morgen gab es Grießbrei und Mittags gab es Eintopf mit Kochbananen. Endlich sagte Robinah, dass wir in den Kindergarten gehen. Ich trage wie Robinah ein Kleid und Schlappen. Wir halten mitten auf einer Straße. Und dann rein in den Slum von Kampala. Mit Schlappen wohl gemerkt. Als wir so laufen erzählt mir Robinah, dass eigentlich Ferien seien. Aber die Kinder kommen extra wegen mir. Wir kommen dort an, und als ich diese Kinder sah, ging mein Herz auf, und ich war da, wo ich sein sollte. Ich sagte: „Hello Kids“, und sie riefen alle zurück: „Hello, welcome Monika!“ Und es gab kein Halten mehr. Alle wollten mich anfassen und mich berühren, es war so schön. Nun zeigten sie mir alles, was sie schon können. Beim Gesang und Tanz machte ich mit. Es wurde viel gelacht. Dennoch gibt es eine strenge Ordnung. Spielsachen, wie sie es in unseren Kindergärten gibt, habe ich nicht gesehen. Aber die Freude und das Funkeln in ihren Augen, wenn sie irgendetwas gut gemacht haben, war super. Bei allen Spielen hat jeder Applaus bekommen. Auch der Letzte, bis er es geschafft hat. Mir hat sehr imponiert, dass nicht nur der Erste der Sieger ist, sondern jeder, der bis zum Schluss durchhält. Robinah fragte eine ältere Frau, Miriam, ob wir ihre Wohnung im Slum anschauen dürften. Sie erlaubte es. Wir begleiteten sie nach Hause. Es war sehr beschwerlich, da man immer über die Schmutzwasser Gräben steigen musste. Miriams Zimmer hatte keine 9m2. Strom gibt es nur ab und zu, kein WC, kein Bad und das Wasser bringen die Kinder mit. Für das Licht hat sie eine Kerze. Unvorstellbar für uns. Sie besitzt ein Bett, ein kleines Kästchen, eine Bank - auf der saßen Robinah und ich - und einen kleinen Tisch, das war alles. Das ganze kostet monatlich 15Euro, die sie nicht hat. Trotzdem hat sie Hoffnung, da ihre Enkelin zu Besuch gekommen ist. Robinah fängt an zu evangelisieren und sagt zu mir, ich soll auch etwas sagen. Ich berühre sie am Arm und sage: „Von dir aus kannst du nichts tun, aber Jesus kommt in dein Herz und seine Liebe wird dich verändern.“ Da geht sie und kommt mit ihrer süßen zwei Wochen alten Tochter Elvira wieder. Sie soll es einmal besser haben. Doch Miriam dachte ihre Sünden könnte niemand verzeihen. Sie brennt Alkohol und verkauft ihn. Wir sagten ihr: „Gott wird dich verändern, ganz langsam und er wird dir zeigen wie es geht.“ Dann wollte sie Jesus sofort annehmen und wir haben für Kraft, Stärke und Durchhaltevermögen gebetet! Gott ist so gut in diesem Kindergarten. Ich habe gemerkt wie schön es unsere Kinder hier haben. Im Kindergarten ist auch die Suppenküche, wo die Mitarbeiter zwei mal wöchentlich warmes Essen an 350 Menschen verteilen. Auch die Gottesdienste und die Schreibkurse für junge Frauen finden dort statt. Ich danke Gott, dass Rhona und Moses vor Ort die Gemeinde Neu Jerusalem leiten.

freundlich. Auf dem Markt haben wir eine Tüte mit Bananen vergessen, die Frau hat uns eine halbe Stunde gesucht und war so froh als sie uns gefunden hat. Sie übergab die Tüte und ging, einfach so. Genauso ein Mädchen. Wir hatten wieder viel eingekauft, da bot sich das Mädchen an, uns zu helfen und trug die Sachen auch eine gute halbe Stunde hin und her. Als unser Taxi kam verabschiedete sie sich und ging, ohne Trinkgeld. Geduld, Demut und Barmherzigkeit ist etwas, das ich hier in Afrika gelernt habe. Robinah sah sich mal wieder ein Feld an. Da durfte ich mit Zula auf die andere Seite des Victoriasees, wo Reichtum herrscht und Afrikaner ihre Kinder Tennis spielen oder Pony reiten lassen. Dort ist alles schön grün und blüht wunderbar! Im Pool planschen die Kinder, die Jacht steht im Hafen und es sind auch alles nur Afrikaner. Ich war weit und breit die einzige weiße Frau. Reich und Arm so eng aufeinander und keine Hilfe?

Wir hatten noch ein Treffen mit allen, die auf die Mission gehen. Im Gottesdienst sollen wir die Waffenrüstung anziehen. Wir brauchen die Heiligkeit Gottes, das Schwert, seine Hand rettet uns und Gott streckt sich nach uns aus. Glaube soll unser Lebensstil sein, Amen. Alles was Gott verhießen hat gehört uns. Durch das Amen bestätigen wir dieses Siegel. Die Sonne kommt wo Finsternis ist.

Am nächsten Tag geht es los. Ein Bus und ein Auto sind randvoll beladen mit Menschen, Essen, Trinken, unseren Matratzen und Toilettenpapier. Die Reise kann starten. Unsere Fahrt in das Dorf, aus dem Robinah kommt, dauert lange. Auf dem Feld ihrer Schwester steht die Gemeinde. Da geht unsere Reise hin. Wir werden schon erwartet und mit Lobpreis herzlich empfangen. Jeder stellt sich kurz vor und erzählt warum er hier ist. Der Pastor erzählte noch genau wie der Tag morgen ablaufen wird. Er meinte, dass wir eigentlich für Regen beten müssten. Aber da wir jetzt da sind und morgen etwas unternehmen möchten darf es nicht regnen. Also beteten wir für Regen in der Nacht und schönes Wetter am Morgen. Robinah‘s Ersatzmama räumte kurz ihr Zimmer aus, so dass wir Pastorinnen und Missionarinnen Platz hatten. Dann gab es Lobpreis, eine Predigt und danach Eintopf mit Reis und Bohnen. Um 23 Uhr fielen wir total erschöpft ins Bett. Robinah schlief auf dem Sofa und wir anderen fünf auf drei Matratzen. Um 5 Uhr morgens ging es gleich los mit Lobpreis und Gebet. Man spürte richtig den Heiligen Geist und wir dankten Gott, dass es in der Nacht geregnet hatte. Nach dem Frühstück ging es mit unserer Mission los. Robinah, Rhona und ich organisierten noch Fleisch, damit wir die Leute, die sich heute bekehren, gleich zum Gottesdienst und anschließend zum Essen einladen können.

Robinah bestellte kurzer Hand einen Lastwagen voll Steine und wir zogen uns um und gingen aufs Feld. Die Anderen beteten für uns, unser Fahrer half in der Küche und vier Männer verteilten die Steine. Dann liefen Robinah und ich los. Zuerst trafen wir auf einen Moslem, der sehr traurig war und uns lange zuhörte. Er meinte er sei beschnitten aber sein Sohn, der im Krankenhaus liegt ist nicht beschnitten und für ihn könnten wir bestimmt beten. Das machten wir gerne. Bevor wir gingen gab Robinah dem Mann noch Geld für die Busfahrt ins Krankenhaus. Sie meinte: Man muss sähen wenn man ernten möchte. Dann gingen wir zu Verwandten von Robinah, die auch noch keine Christen sind. Später trafen wir auf dem Feld noch eine Mutter mit ihrem Sohn bei der Arbeit. Zuerst hörte nur die Mutter zu, doch nach einer Weile kam auch der Sohn und beide nahmen Jesus an und kamen am Abend zum Gottesdienst. Die Tochter der Frau trafen wir später zuhause an. Sie sagte, dass sie viel lüge und auch stehle, was sie aber gar nicht möchte. Auch da sagten wir, wenn du Jesus als deinen Herrn annimmst wird er dich verändern, Schritt für Schritt. So kam auch sie in den Gottesdienst und lies sich am Sonntag taufen. Es war schon spät und wir marschierten zur Gemeinde zurück! Dieses mal aßen wir Fleisch, Bohnen und Süßkartoffeln, was sehr lecker war. Dann erzählten wir untereinander wie der Tag war, was man wie besser machen kann und wo wir Morgen hingehen werden. Später am Abend durfte ich mit Robinah predigen und erzählen, wie Gott mich hier her geführt hat, dass ich die Bibelschule machen darf und wieder Auto fahren kann. Ich erzählte auch, dass der Glaube Berge versetzen kann und ins Meer stürzen lässt. Dafür bekam ich so viel Zeit wie ich brauchte. Man hat keinen Druck und die Menschen sind so hungrig nach Gottes Wort. Robinah hat alles übersetzt und predigte danach noch weiter. Vom Dorfprediger kam die Frau nach vorne und sagte sie möchte mir ein Lied singen, weil ich Gott gehorsam war. Sie sang a cappella und es war so wunderschön. Ich habe noch nie so viel Wärme in meinem Herzen gespürt. Der Heilige Geist rührte meinen Geist und ich musste vor Rührung weinen. Als ich hinaus ging knieten ältere Frauen vor mir nieder, vor Demut, weil ich Gott diene. Die Ersatzmama von Robinah schenkte mir einen Kürbis zum Essen und am Abend stellte sie einen Korb voller kleiner Bananen und einen Eimer Mangos in unser Zimmer. Ich bekam noch einen lebendigen Gockel geschenkt, so froh waren die Leute, dass wir gekommen waren.

In der Nacht hörten wir nach 23 Uhr noch laute Musik und Robinah meinte: „Da gehen wir morgen hin und erzählen diesem Mann von Gott.“ Am nächsten Tag suchte ich Robinah und sah, dass sie schon drüben bei denn Leuten war und ich ging einfach hin und setzte mich dazu. Wieder sagte Robinah ich solle meine Geschichte erzählen und ich begann. Der alte Mann begann zu weinen: „Was soll ich dann verkaufen? Ich habe nichts außer meinen Bananenschnaps.“ Wir sagten: „Gott wird es dir zeigen.“ Da nahm er Jesus an und ich gab ihm Geld, so dass er Salbe für die Füße kaufen konnte. Er ging weg, weinte immer noch und brachte seine Nichte. Sie ist hochschwanger und hat Epilepsie. Er bat mich, für sie zu beten. Errettet sei sie schon lange, trotzdem schaute sie ganz traurig. Ich legte ihr die Hände auf und betete für sie und das Baby. Dann sagte ich zu ihr: „Du musst lachen, für Jesus, sie ist geheilt in Jesu Namen.“ Ein Pfarrer aus dem Dorf fragte Robinah später, ob wir bei ihm auch mein Heilungszeugnis erzählen und predigen könnten. Dies taten wir natürlich gerne.

Die nächste Taufe war schon morgens. Um 7 Uhr mussten wegen dem Taufgespräch alle da sein. Viele kamen später und so war der Fluss ausgetrocknet und wir mussten 12km weit fahren. Aber Gott gebraucht Menschen und Situationen. Wir redeten im Auto über die Liebe Gottes, die man im Herzen spürt und Robinah evangelisierte noch ein wenig bis Robert, unser Fahrer, sagte: „Ich möchte Jesus annehmen und gleich getauft werden, geht das? Natürlich. Beim Singen und Tanzen spürten wir, dass der Heilige Geist anwesend war, so dass fast alle, die getauft wurden auch mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden. Auf dem Rückweg war zu sehen, wie Gott die Menschen prüft. Wir kauften Zuckerrohr von älteren Kindern und Robert, der gerade Jesus angenommen hatte, sagte zu dem Mädchen: „Kennst du Jesus?“ Daraufhin antwortete das Mädchen: „Nicht so richtig“. „Dann komm in unsere Gemeinde und nimm Jesus als deinen Herrn an!“ Eine Weile später lag ein nackter, junger, hilfloser Mann, nur mit einem kurzen Hemd bekleidet, am Straßenrand. Wir dachten schon er sei tot. Doch als wir ihm eine Flasche Wasser über den Kopf leerten, kam er zu sich. Wir gaben ihm zwei Flaschen zu trinken und Robinah schickte einen Boda-Fahrer los, um etwas zu Essen zu kaufen. Aber das Schönste daran war, dass einer der frisch Bekehrten seine Sonntagshose auszog und dem Mann gab. Da sie etwas zu groß war gab ein anderer noch seinen Gürtel dazu. Ein weiterer fragte den jungen Mann ob er Jesus kenne. Er antwortete: „Ja, Jesus hilft mir.“ Das war reine Nächstenliebe und Barmherzigkeit und ich dachte: Genau so muss es sein, im Licht zu wandeln. Dort in Uganda hat vor allem die offene Art und Demut der Menschen mein Herz berührt. Die Kinder sind sehr aufgeschlossen und ich konnte trotz der Sprachbarriere mit ihnen spielen. Ich möchte auf jeden Fall mit mehr Sprachkenntnissen und Geld wieder kommen!

Wieder Zuhause bei Robinah angekommen, besuchten wir ihr Mädchen- und Jungenheim, das auch am Rand der Slums liegt. Ich durfte mir alles ansehen, es war sehr sauber und ordentlich. Die Kinder machen alles alleine: Wäsche waschen, Betten und Hausaufgaben. Die Großen helfen den Kleineren und sie kochen draußen alle gemeinsam. Nach dem Essen spült jeder seinen Teller ab. Es gibt nur eine Frau mit einer kleinen Tochter, die die Ersatzmama der Kinder ist, vor allem für die Kleineren. Ein Schicksal hat mich besonders bewegt. Ein Heimmädchen, 17 Jahre alt, hatte eine Familie gefunden, bei der sie hätte wohnen können. Sie lief schon ein paar mal dort hin. Doch eines Tages nutzten das ein paar junge Männer aus und vergewaltigten sie. Wenn man in ihre Augen schaut sieht man nur, dass sie nicht weiß, wie sie das alles schaffen soll. Jetzt wohnt sie wieder im Heim, wie es weitergeht weiß niemand so richtig. Ich habe an alle Lollis verteilt, auch an das 17 jährige Mädchen und da habe ich sie zum ersten mal lächeln gesehen. Ich habe ihr auch Geld gegeben und gesagt, dass das Kind nichts dafür kann, schenke ihr ganz viel Liebe.

Einmal war ich mit beim Kauf von 3ha Land dabei. Robinah sagte mir beim Flug nach Afrika: „Moni, eines musst du wissen, Afrikaner haben Zeit und die Deutschen haben die Uhr.“ Ich lachte zuerst, aber nach diesem Tag wusste ich, sie hatte recht! Nach vielen Stunden hatten wir mit dem Bürgermeister und allen Verantwortlichen ein handschriftliches Dokument unterzeichnet und das 3ha große Land gekauft. Gott ist immer so gnädig. Jetzt kann Robinah acht Schulklassen, ein Mädchen- und Jungenheim und eine Gemeinde aufbauen. Auf den übrigen 2ha Land möchte sie Essen anbauen, das in der Suppenküche benötigt wird. Ist das nicht ein Glaubensprojekt! Jetzt wird wieder ein Bus und ein Auto benötigt, weil das Grundstück außerhalb von Kampala liegt. Ich bin mitgereist und bin so überzeugt von diesem Projekt, dass ich Robinah unterstützen möchte. Wie? Das wird mir Gott schon noch zeigen, da bin ich mir ganz sicher! Nun kam noch Robinah‘s Ersatzmama mit dem Bus. Sie hatte hohes Fieber und Bauchschmerzen. Da sie auf der Mission ihr letztes Schwein geschlachtet hatte, besaß sie kein Geld mehr. Zula fuhr mit ihr in die Klinik und rief dann an und sagte uns was die Behandlung kostet. Wir legten zusammen und fertig. Später habe ich ihr meine Schuhe geschenkt, da Robinah zu große Füße hatte. Ich sagte: „Du hast den Missionaren dein letztes Schwein gegeben, so dass sie satt werden konnten und nun gibt es dir Gott 100-fach zurück! Robinah meinte erst ich sollte mir ein afrikanisches Kleid kaufen. Doch jetzt bin ich froh, dass ich es nicht getan habe und auf den Heiligen Geist gehört habe. Ich konnte so vielen Leuten mit 5-10Euro so viel Gutes tun. Von Babynahrung und Ausstattung bis zur Fahrt ins Krankenhaus zur Entbindung. So konnte ich etwas Not lindern, auch wenn Schmerzen und Narben zurückbleiben. Mein letztes Geld schenkte ich meiner Zula, die immer für mich da war und die ich sehr wertschätze. Ihr Einsatz ist nicht mit Geld zu bezahlen aber ich weiß, diese Diamanten wird sie eines Tages von Gott bekommen. Aber wir leben nun mal hier und müssen etwas essen und den Strom bezahlen. Sie hat sich sehr gefreut und aufgezählt, was sie damit alles macht. Auch sie besitzt ein Feld auf dem eine kleine Ein-Zimmer-Hütte steht. Hier möchte sie ein WC bauen. Den Rest spart sie.

Zum Schluss muss ich noch etwas zum Straßenverkehr sagen. Mit unseren Kenntnissen aus Deutschland hätten wir in Kampala nicht den Hauch einer Chance gehabt, unbeschadet über eine Kreuzung zu kommen. Wahrscheinlich hätten wir den gesamten Verkehr lahm gelegt. Boda-Boda-Fahrer sind die schlimmsten, da sie oft kein Licht an haben und keinen Helm tragen. Oft sitzen drei Menschen und eine Ziege auf einem Motorrad. In Kampala gibt es keine Straßennamen oder Hausnummern. Das heißt, man muss ganz genau wissen wo man hin will. Die Stadtbewohner müssen die Straßen zu ihren Häusern selbst reparieren. Dadurch fährt man meist durch Schlaglöcher, weil sich keiner um die Straßen kümmert. Sie bleiben einfach so wie sie sind. Es passt sowieso nur ein Auto durch und so muss einer bis zu einer Einfahrt zurück fahren, damit der andere vorbeikommt. Manchmal stehen Kinder am Straßenrand und winken, wenn die Straße frei ist. Ganz ohne Lohn.

Ich durfte für Gott in Afrika arbeiten und ihm dienen. Dabei hatte ich so viel Freude daran, von Gott zu erzählen, Liebe, Hoffnung und ein Lächeln zu schenken. Ich hoffe und glaube ganz fest daran, dass der Samen, den wir gesät haben, aufgehen wird und genug junge Leute da sind, um ihn zu gießen. Denn dann wird Gott helfen.

Lass dort, wo wir waren, Wunder geschehen und die Gemeinde wachsen.

Liebe Robinah ich danke dir von ganzem Herzen, dass du mich eingeladen hast und ich das alles erleben durfte. Ich hoffe es war nicht das letzte mal in Afrika! Gott segne dich und deine Familie.

 Moni Jöchle

2019 Reisebericht von Monika Joechle